Brauchen wir Superfoods wirklich oder geht gesund auch anders?

Etwa im Wochentakt erzählen uns die Medien von einem neuen Superfood. Klar definiert ist dabei nicht, was in so einer „Superfrucht“ stecken muss, damit sie sich als solche bezeichnen darf. Reich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzenstoffen sollte sie sein. Doch braucht es unbedingt eine exotische Frucht aus fernen Ländern?

Heimische Wunderwaffen existieren ebenso

Brauchen wir Superfoods wirklich oder geht gesund auch anders?

Limabohnen (Phaseolus lunatus)

Anlass zu diesem Artikel gab uns ein Beitrag im Deutschlandfunk. Dort wurde Achim Bub zum Thema Superfoods befragt. Der Ernährungsmediziner ist der Ansicht, dass wir uns auch mit heimischen Wunderpflanzen und der richtigen Ernährung gut versorgen können.

„Wissenschaftlich fundierte Daten, die einen Zusatznutzen tatsächlich belegen würden, gibt es nicht“, so Bub. Ihm ist klar, dass der Wunsch nach perfekter Gesundheit das Interesse an exotischen Früchten weckt. Kokosfett sei nur ein Beispiel dafür. Für ihn steht fest: „Es gibt eigentlich nichts, was wir aus irgendeinem speziellen Superfood bräuchten.“

Denn Bub könnte diese beliebig durch hier erhältliche Lebensmittel ersetzen. „Sie haben nicht mehr oder nicht besondere Inhaltsstoffe, wie wir sie auch in vielen konventionellen Lebensmitteln finden. Insofern gibt es eigentlich nichts, was wir explizit aus irgendeinem speziellen Superfood bräuchten, sofern wir uns an eine abwechslungsreiche Ernährung halten.“

Günstige Alternativen sind weniger bekannt

Superfoods werden sehr gut vermarktet. Was ihren Bekanntheitsgrad nachhaltig steigert, denn der Rest verbreitet sich über Mundpropaganda. Doch diese Werbekosten muss der Konsument bezahlen. Einheimische Kräuter, Obst und Gemüse sind ebenfalls vitalstoffreich. Einen vernünftigen Anbau vorausgesetzt, welcher auf Pestizide und Fungizide verzichtet.

Schlussendlich kann es die Acai-Beere, Acerola-Kirsche oder der hier wachsende Grünkern sein. Auf die Zusammensetzung kommt es an. Einzelne sekundäre Pflanzenstoffe sind weniger effektiv als im Verbund. Dafür braucht es eine detaillierte Betrachtungsweise der Wissenschaft, welche in fast allen Fällen noch fehlt.

Die uns gebotene Vielfalt in den Discountern und Onlineshop ist gut. Dadurch kann jeder von uns frei wählen. Doch sollten wir dabei nicht verlernen, dass sich ein Blick über den Tellerrand hinaus durchaus lohnt. Dort finden sich noch weitere „Superfrüchte“, nur die Werbung bezeichnet sie nicht als diese.

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