Quinoa in Europa anbauen: So könnte es funktionieren

Exotische Superfoods sind unter anderem deshalb so kostenintensiv, weil sie eine weite Reise zurücklegen müssen. Unsere klimatischen Bedingungen gelten als wenig optimal, damit sie perfekt gedeihen können. Zumindest beim Quinoa soll sich dies aber bald ändern. Forscher sehen in der Theorie eine Möglichkeit, wie man die Pflanze auch in Europa kultivieren kann.

Erste Erfolge mit europäischer Züchtung

Quinoa in Europa anbauen: So könnte es funktionierenEinige Anbauversuche sind bereits geglückt. Die proteinreichen Samen konnten sich sehr gut entwickeln, bis hin zum Reifestadium. Das Forscherteam von Nazgol Emrani arbeitet an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel. Dort sind sie den Chancen auf der Spur, wie sich das Superfood bei uns erfolgreich anbauen ließe.

„Wir wollen eine Quinoa-Art züchten, die in Europa gedeiht und dabei sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch eine Alternative zu heimischen Kulturpflanzen bietet“, erklärte die Wissenschaftlerin. Im letzten Jahr entschlüsselten sie das Quinoa-Genom. Züchterisch bedeutsame Gene können somit identifiziert und charakterisiert werden. 350 verschiedene Quinoa-Sorten erhielten an der Universität eine neue Heimat.

Damit dieser spezielle Quinoa bei uns auf den Feldern wachsen kann, muss er die langen Tage und relativ kurzen Sommer überstehen. In ihrer tropischen Heimat ist die Pflanze weniger Schwankungen gewöhnt. Der richtige Blühzeitpunkt spielt hier ebenso mit hinein. Bis Ende September muss deshalb die Ernte möglich sein. Andernfalls geht die Ernte schlimmstenfalls komplett ein.

Lange Suche hat ihr Ziel erreicht

Weil die Kriterien so restriktiv sind, mussten die Forscher lange suchen. Jetzt scheinen sie eine fast perfekte Sorte gefunden zu haben. Diese wollen sie noch optimieren, damit der Nährstoffgehalt wächst. Das sei für „gesundheitsbewusste Menschen“ sehr interessant, meinte Emrani. Weshalb es jetzt um die Kreuzung der „optimalen Pflanzen“ geht.

„Wir haben in unseren Untersuchungen schon Quinoa-Arten gefunden, die an die Tageslängen in Deutschland und Europa angepasst sind und eine kurze Vegetationsphase idealerweise von Mitte April bis Ende August aufweisen“, fügte die Forscherin hinzu.

Wenn alles weiter so gut läuft, ist in fünf Jahren mit einer Kultivierung zu rechnen. Nordeuropa könnte dann die neue Pflanze anbauen. Ob Landwirtschaft und verarbeitend Industrien da mitspielen, steht auf einem anderen Blatt Papier.

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