Studien zu Weihrauch und Anwendung von Weihrauch

Die Wirkung von Weihrauch ist in der westlichen Welt noch heiß diskutiert. Während einige Studien eine heilende Wirkung bestätigen, schreiben noch viele Wissenschaftler dem Gummiharz nur eine Placebowirkung zu.

Studien zu Weihrauch

Aussagekräftig ist eine Studie über die Wirkweise von Weihrauch im Immunsystem. Demzufolge wirkt das Baumharz immunsupprimierend, das heißt es ist in der Lage das Immunsystem zu unterdrücken. Was auf den ersten Moment seltsam oder sogar ungesund klingt, kann in der Krebsbehandlung oder nach einer Organtransplantation enorm wichtig sein. Eine weitere interessante Studie zu Weihrauch stammt von der deutschen Neurologin Dr. Klarissa Hanja Stürner, die am Institut für Neuroimmunologie Multiple Sklerose untersuchte.

37 Probanden wurde acht Monate lang zur Behandlung kein Cortison verabreicht, sondern Kapseln mit Weihrauch-Extrakt. Die Boswelliasäuren haben wie die synthetischen Mittel einen antientzündlichen Effekt, dabei aber weit weniger Nebenwirkungen. Bei 25 ausgewerteten Patienten wurde eine um 60 Prozent reduzierte Rate an Nervenschäden festgestellt, die jährliche Rate sank somit von 0,94 auf 0,32. Dr. Oliver Werz, Wissenschaftler in der pharmazeutischen und medizinischen Chemie, erforschte die entzündungshemmende Wirkung der Baumharzsäuren. Diese spielen mit verschiedenen Eiweißen zusammen, vor allem mit dem Enzym Prostaglandin E2. Das Enzym gehört zu den Vermittlern der Immunantwort und ist mit zuständig für den Entzündungsprozess und bei der Entstehung von Fieber.

Die Wirkstoffe von Weihrauch hemmen genau dieses Enzym und verringern dadurch die Entzündungsreaktion. Eine weitere deutsche Untersuchung kann die ursprüngliche Anwendung von Weihrauch gegen rheumatische Erkrankungen, Osteoarthritis und Asthma belegen. Die Morbus-Crohn-Ambulanz in Mannheim testete Weihrauch-Extrakt bei entzündlichen Darmerkrankungen. Bei Colitis ulcerose wird normalerweise das Standardtherapeutikum Sulfasalazin eingesetzt. Mit dem Ersetzen dieses Medikaments durch den Harzextrakt konnte eine vergleichbare Wirkung festgestellt werden.

2003 wurde Weihrauch und dessen Einfluss auf Multiple Sklerose getestet. An der Studie nahmen 30 Patienten in zwei Gruppen teil, Weihrauch-einnehmende und Placebo-einnehmende. Die Untersuchung fand im doppelt-blinden Ansatz statt, das bedeutet sowohl Patienten als auch die Ärzte wussten nicht, wer den Extrakt und wer das Placebo bekam. Die Behandlung betrug acht Wochen. Die Probanden des Weihrauch-Extraktes gaben nach der Behandlung und ohne zu wissen, mit Weihrauch-Extrakt behandelt worden zu sein an, dass sowohl die Schmerzen als auch die Gelenksteife nachgelassen hat.

Darüber hinaus konnte eine deutlich größere Gehstrecke schmerzfrei zurückgelegt werden und Schwellungen an den Gelenken haben sich zurückgebildet. Lediglich Magenprobleme stellten sich durch die Dosierung teilweise ein. Indische Wissenschaftler schließen dadurch eine in Zukunft mögliche Therapie bei Arthrose durch Weihrauch nicht aus und forschen weiterhin daran.

Generell konnte zudem bereits festgestellt werden, dass definierte Weihrauch-Extrakte wirksamer sind als isolierte Boswelliasäuren oder gemahlenes Gummiharz. Weshalb das so ist, wird kontrovers diskutiert. Laboruntersuchungen zeigten komischerweise auf, dass die Leukotrien-Synthese bei niedrigen Dosen verstärkt wurde und bei hohen Dosen reduziert worden ist. Die Leukotrien-Synthese ist ein Vorgang, der beim Entstehen von Asthma und anderen allergischen Krankheiten eine wichtige Rolle spielt. Die angeführten Belege reichen trotz dessen nicht aus um Weihrauch als gelistetes Arzneimittel im deutschen Medikamenten-Katalog aufzuführen. Die Wirkungsweise wird namentlich auf Nahrungsergänzungsmittel reduziert. Im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) ist der aus dem Salaibaum gewonnene indische Weihrauch geführt.

Fest steht, dass viele Institute an dem Wirkstoff forschen und vielversprechende Untersuchungen bereits durchgeführt wurden. Wie sich die Heilung mit Weihrauch entwickelt, steht aber noch in den Sternen.

Anwendungsgebiet von Weihrauch

Weihrauch gegen Arthrose

Arthrose oder auf lateinisch Arthrosis deformans ist eine Gelenkkrankheit die dafür sorgt, dass der Gelenkverschleiß höher ist, als er für das Alter des jeweiligen Menschen angemessen wäre. Ursachen können ein Übermaß an Belastung sein, zum Beispiel durch erhöhtes Körpergewicht. Aber auch angeborene Gelenkfehlstellungen oder Knochenerkrankungen wie Osteoporose können ausschlaggebend dafür sein.

Weihrauch-Salbe kann Gelenkschmerzen lindern. Der Grund der Linderung ist dabei nicht etwa eine Betäubung der Nerven, sondern ein tatsächliches Entgegenwirken der Arthritis. In klinischen Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass Schwellungen zurückgingen, Gelenkschmerz und auch die Gelenksteife verringert werden konnten. Einige Patienten beschrieben eine Besserung der Beschwerden, wenn sie sich in weihrauchberäucherten Räumen aufhielten, zum Beispiel in Therapieräumen oder Kirchen. Diese Wirkung ist allerdings absolut nicht bewiesen und bislang noch nicht medizinisch nachweisbar. Vermutungen eines Fachmannes nach, kann sich die Wirkung auch in Kombination mit vegetarischer Ernährung besser ausbreiten.

Nicht nur Salbe kann gegen Arthrose verschrieben werden, auch Kapseln sind dagegen einzunehmen. Dreimal täglich, so verschreiben es Homöopathen. Bei Kapseln kam in letzter Zeit häufig das Gerücht auf, sie seien mit Dimethyl- und Methylquecksilber stark schadstoffbelastet. In Kapseln und Tabletten gilt in ganz Europa jedoch der Einsatz eines standardisierten, getesteten Weihrauchs, diese Gefahr ist dadurch zu 100 Prozent auszuschließen!

Weihrauch gegen Rheuma

Viele rheumatische Ausprägungen haben gemein, dass es sich um eine Störung des Immunsystems handelt. Eine Störung die den eigenen Körper dessen Strukturen, wie zum Beispiel die Gelenkinnenhaut, angreifen lässt. Eine klare Antwort was Rheuma denn genau ist, wird man nur sehr selten bekommen denn es werden insgesamt 400 verschiedene Ausprägungen und Krankheiten unter diesem Dachbegriff zusammengefasst. Die indische Medizin sieht einen Grund von Rheuma im Verdauungstrakt. Arbeitet die Verdauung nicht gut, beispielsweise durch sehr proteinreiche und ölige schwere Mahlzeiten, aber auch durch Alkohol oder Bewegungsmangel, strahlt das auf den Rest des Körpers mit erheblichen Folgen aus. Auch das ist ein Grund, weshalb schon vor 5000 Jahren Weihrauch gegen Rheuma verwendet wurde.

Der süße und zugleich bittere Geschmack des Shallaki, wie Weihrauch im Ayurveda genannt wird, wirkt nach der Einnahme leicht kühlend und nach der Verdauung auf der Zellebene eher scharf. Dank der Eigenschaften des Gummiharzes fördert es den Zellstoffwechsel und regt die Verdauung an. Zudem greifen die ätherischen Öle, die Boswelliasäuren, bei der Blockade eines Enzyms ein, das für die chronischen Entzündungen ausschlaggebend ist. Dadurch kann Weihrauch bei mehr als nur Rheuma eingesetzt werden.

Weihrauch gegen Entzündungen

Wie bereits erwähnt hat Weihrauch eine weitreichende Wirkung aufgrund der schmerzlindernden Eigenschaften, die zugleich Entzündungen hemmen und antibakteriell wirken. Eine dieser Krankheiten ist Morbus Crohn, was zur Gruppe chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen gehört. Der gesamte Verdauungstrakt kann davon betroffen sein, wobei bevorzugt der untere Dünndarm (terminales Ileum) und der Dickdarm (Colon), seltener die Speiseröhre (Ösophagus) und der Mund der Krankheit Einzug gewähren. Dabei werden die Schleimhäute befallen. Dr. Peter Schnabel, Allergologe und wissenschaftlicher Arbeiter der Forschungsgruppe „Noxenkatalog-Datenbank“ der Technischen Universität München hebt hervor, dass erst kürzlich chinesische Wissenschaftler bei einer Analyse der Weihrauch-Öle 99 chemisch definierte Substanzen feststellten.

Immer wieder fällt die Erklärung zurück auf die Boswelliasäuren des Baumharzes. Durch die Hemmung des Enzyms Prostaglandin E2 kommt es nur zu einer verringerten Entzündungsreaktion. Doch ein weiterer Wirkmechanismus ist bekannt geworden: die Säuren aus den bernsteinfarbenen Tränen der Bäume hemmen auch das Enzym 5-Lipoxygenase. Dies ist für die Bildung von Leukotrienen verantwortlich, ein freigesetzter Botenstoff des entzündeten Gewebes. Diese Reaktion hilft auch bei Colitis ulcerosa. Anders als bei Morbus Crohn ist dabei nur die Darmschleimhaut des Dickdarms kontinuierlich betroffen. Standardmedikamt für diese Krankheit ist Sulfasalazin. Forscher der Harvard-Universität fanden bei einer evidenz-basierten systematischen Übersicht aller bereits publizierten Studien Beweise für die Wirksamkeit bei rheumatoider Arthritis- der Harzextrakt wirkt dabei genau so gut wie bei Colitis ulcerosa.

Ein Derivat wird es von dem angepriesenen Harz des Altertums in nächster Zeit vermutlich nicht geben, die wirkenden Substanzen sind bisher äußerst schwer künstlich herzustellen. Das spricht bei der Behandlung von Entzündungen für den Einsatz von reinem Weihrauch-Harz.

 

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