Superfood-Plagiate überschwemmen den Markt

Ob Chia-Samen, Goji-Beeren oder Algenblätter: Superfoods gibt es viele. Ihre gesundheitsfördernden Wirkungen sind teilweise schon nachgewiesen, weitere Studien werden folgen. Schon jetzt handelt es sich um einen millionenschweren Markt, ja vielleicht werden bereits sogar Milliarden damit umgesetzt. Viele Pflanzen, Früchte und Wurzeln lassen sich nur im Fernen Osten oder Südamerika ideal anbauen. Weshalb die Lieferkette für den Konsumenten selten klar nachvollziehbar ist. Dies lädt Hersteller von Plagiaten dazu ein mit billigen Kopien viel Geld zu machen.

Abgesehen von der Verbrauchertäuschung, kann es hier auch zu gesundheitlichen Problemen kommen. Genetische Barcodes sollen für mehr Transparenz und Sicherheit beim Superfood-Kauf sorgen.

Ein Trend wird ausgenutzt

Superfood-Plagiate überschwemmen den Markt

Ein schöner Spruch besagt: „Geldgier frisst Hirn!“ Überall wo sich neue, sehr lukrative Märkte öffnen, versuchen manche Unternehmen ihre Gewinne mit unfairen Methoden zu maximieren. Ohne dabei an die Folgen für den Konsumenten zu denken. Superfoods gelten meist als sehr exotisch und müssen einen langen Transportweg zu uns in Kauf nehmen. Leider kann sich der Verbraucher nicht immer darauf verlassen, dass auch jenes Produkt in der Verpackung steckt, welches man ihm verspricht.

Forscher am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nehmen sich diesem Problem an. Sie entwickelten „genetische Barcodes“ um Superfoods eindeutig identifizieren zu können.

Denn Fakt ist, dass wir es bei seltenen Pflanzen mit einem stark wachsenden Markt zu tun haben. Der Bedarf ist hoch, lässt sich aber nicht immer komplett abdecken. Infolge der rasant ansteigenden Nachfrage, entstehen billige Lösungen zu Lasten des Abnehmers. Superfood-Plagiate stellen ein ernstzunehmendes Problem dar.

Verbraucher werden um ihr hart verdientes Geld betrogen. Außerdem sind die gesundheitlichen Risiken schwer abzuschätzen. Hinzu kommt das nötige Fachwissen, weil es von einer Pflanze zig Unterarten geben kann. Meist enthalten nur wenige davon die versprochenen Wirkstoffe.

Schon 7.000 genetische Barcodes in der Datenbank

Deshalb braucht es eine Lösung die sich nicht fälschen lässt. Führen Hersteller ihre pflanzlichen Produkte bei uns ein, müssen diese einer Prüfung unterzogen werden. Rein äußerliche Merkmale und Fotos helfen aber nicht weiter, wenn das Produkt als Pulver vorliegt.

Am KIT haben die Forscher deshalb ein Verfahren auf Basis der DNS-Stränge entwickelt. Hierbei sucht die Methode nach den Unterschieden in der Gensequenz, anhand derer sich Pflanzen und Arten bestimmen lassen. Sogenannte „Genscheren“ kommen zum Einsatz und jede passt nur bei jeweils einer Art. Eine Art genetischer Fingerabdruck, der nicht gefälscht werden kann.

„Das ist wie ein Barcode, den sie mit dem entsprechenden Scanner auslesen können“, erklärte der Leiter des Forschungsteams. Bereits 7.000 dieser genetischen Barcodes haben sie schon entwickelt.

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